Sie sind hier: Start » Beiträge » Lerntipps » Intrinsische und extrinsische Motivation beim Lernen

Intrinsische und extrinsische Motivation beim Lernen

Motivation spielt eine entscheidende Rolle beim Lernen und hat einen direkten Einfluss auf den Erfolg und die Leistungsfähigkeit von Schülern.

Bei der Untersuchung der verschiedenen Arten von Motivation stößt man häufig auf die Begriffe „intrinsische“ und „extrinsische“ Motivation.

Hier möchten wir detailliert auf diese beiden Konzepte eingehen, ihre Bedeutung und Auswirkungen auf das Lernen analysieren und Möglichkeiten aufzeigen, wie sie gefördert werden können!

1. Intrinsische Motivation

Intrinsische Motivation bezieht sich auf das innere Verlangen und den Antrieb, eine Tätigkeit aus eigenem Interesse oder Freude an der Aufgabe selbst auszuführen. Sie ist nicht durch externe Belohnungen oder Anreize bedingt, sondern durch das Bedürfnis, die eigenen Fähigkeiten zu nutzen, persönliche Ziele zu erreichen und sich selbst zu verwirklichen.

Selbstbestimmung und Autonomie:

Intrinsisch motivierte Schüler fühlen sich frei, ihre eigenen Lernziele und -strategien zu wählen. Sie haben ein starkes Gefühl der Autonomie und Selbstbestimmung, was dazu führt, dass sie sich engagierter und verantwortungsbewusster in ihre Lernaufgaben einbringen.

Interesse und intrinsische Freude:

Schüler mit intrinsischer Motivation finden Freude und Befriedigung in dem, was sie lernen. Sie haben ein natürliches Interesse an bestimmten Themen oder Fächern und sind motiviert, ihr Wissen in diesen Bereichen zu erweitern und zu vertiefen.

Herausforderung und Flow-Erleben:

Intrinsisch motivierte Schüler sind offen für Herausforderungen und streben nach persönlichem Wachstum. Sie sind bereit, sich schwierigen Aufgaben zu stellen und Erfolgserlebnisse durch Überwindung von Hindernissen und dem Erreichen anspruchsvoller Ziele zu erleben. Dabei können sie das Gefühl des „Flow“ erleben, bei dem sie komplett in ihre Aufgabe eintauchen und ein intensives Gefühl des Glücks und der Erfüllung verspüren.

Langfristiges Engagement:

Eine intrinsische Motivation führt oft zu einem langfristigen Engagement für das Lernen. Da die Schüler von inneren Werten und Zielen getrieben werden, sind sie eher bereit, Rückschläge zu überwinden und längerfristig am Ball zu bleiben. Sie haben ein grundsätzliches Interesse daran, ihr Wissen zu erweitern und kontinuierlich zu wachsen.

Extrinsische Motivation

Extrinsische Motivation bezieht sich auf den Antrieb, eine Aufgabe aus externen Gründen oder Belohnungen durchzuführen. Im Gegensatz zur intrinsischen Motivation kommt die Motivation, zu lernen, nicht aus der eigenen inneren Freude oder dem Interesse an der Tätigkeit selbst, sondern aus äußeren Faktoren wie Noten, Leistungsanerkennung oder materiellen Belohnungen.

Belohnungen und Anreize:

Extrinsisch motivierte Schüler sind an äußeren Anreizen, wie Noten, Auszeichnungen oder Lob von Lehrern und Eltern, interessiert. Sie verbinden den Lernerfolg mit der Erwartung von Belohnungen oder Vermeidung von Strafen und setzen sich dadurch Ziele, die auf diesen Belohnungen basieren.

Wettbewerb und Vergleich:

Extrinsisch motivierte Schüler können durch den Vergleich mit anderen Schülern oder das Streben nach Anerkennung und Überlegenheit angetrieben werden. Sie bewerten ihren eigenen Erfolg anhand des relativen Erfolgs im Vergleich zu anderen und setzen sich ehrgeizige Ziele, um sich positiv von ihren Mitschülern abzuheben.

Externe Kontrolle und Druck:

Extrinsische Motivation kann auch durch externe Kontrolle oder Druck seitens der Lehrer, Eltern oder des sozialen Umfelds entstehen. Hierbei liegt der Fokus auf dem Erfüllen von Erwartungen oder Vermeiden von Bestrafungen, was zu einer eher oberflächlichen Motivation führen kann.

Kurzfristige Erfolge:

Extrinsisch motivierte Schüler können kurzfristige Erfolge anstreben, um unmittelbare Ziele zu erreichen. Allerdings könnte diese Motivation nachlassen, sobald die Belohnungen oder Anreize nicht mehr vorhanden sind oder wenn die Belohnungen als nicht ausreichend motivierend empfunden werden.

Wechselwirkung und Förderung von intrinsischer und extrinsischer Motivation

Es ist wichtig zu beachten, dass intrinsische und extrinsische Motivation nicht als separate und unabhängige Formen betrachtet werden sollten. Sie können sich gegenseitig beeinflussen und verändern, und es besteht die Möglichkeit, intrinsische Motivation auf der Grundlage einer bestehenden extrinsischen Motivation zu entwickeln.

Bedürfnisorientierte Unterrichtsgestaltung:

Ein bedürfnisorientierter Unterricht, der die individuellen Interessen, Bedürfnisse und Fähigkeiten der Schüler berücksichtigt, kann intrinsische Motivation fördern. Durch die Einbindung von Projekten, Anwendungsbeispielen und handlungsorientierten Lernmethoden können Lehrer das Interesse und die intrinsische Freude der Schüler am Lernen wecken.

Autonomie und Wahlmöglichkeiten:

Schüler, die Autonomie und Wahlmöglichkeiten haben, sind eher intrinsisch motiviert. Lehrer können den Schülern erlauben, ihre eigenen Lernziele zu setzen, ihre Lernwege zu wählen und ihre Arbeit in gewissem Maße zu gestalten. Dies ermutigt sie, Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen und ihre intrinsische Motivation zu stärken.

Aufmerksamkeit und Anerkennung:

Während extrinsische Motivation oft mit Belohnungen verbunden ist, können nicht-materielle Formen der Aufmerksamkeit und Anerkennung die intrinsische Motivation erhöhen.

Ihnen hat dieser Artikel gefallen?
Machen Sie es wie bereits 529 andere und tragen Sie sich
kostenlos in unseren Newsletter ein.

Weiterer Beitrag:

Ähnlicher Beitrag: