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Die „Goldene Schulzeit“ ist vorbei

Unter vielen Erwachsenen ist häufig zu hören, wie gerne sie sich an die eigene Schulzeit erinnern. Sicherlich nicht zu Unrecht, schließlich waren diese Jahre nicht allzu herausfordernd. Der Weg in die Schule war meist nicht sehr weit, die Klassenkameraden nett und die Freizeit kam auch nicht zu kurz. Gut, da waren immer auch die Hausaufgaben, die jedoch nur einen geringen Teil des Nachmittages vereinnahmten. Ebenso ging etwas Zeit für das Lernen drauf. Da der Stoff allerdings im Unterricht selbst derart oft durchgesprochen wurde, bis ihn fast jedes der anwesenden Kinder begriffen hatte, musste auch dafür nicht zu viel geleistet werden. Daneben bestand der Alltag daraus, sich morgens in die Klasse zu setzen und sie am frühen Nachmittag bereits wieder zu verlassen. Die Unterrichtseinheiten waren kurz und knapp. Im Regelfall sprach der Lehrer vorne oder erläuterte das Thema an der Tafel. Genug Zeit zum Abschalten also. Mitschriften sollten zwar gefertigt werden, ließen sich indessen aber auch jederzeit von den Mitschülern kopieren oder abschreiben. Und so gab es eigentlich nichts, was den jungen Menschen davon abhielt, am Nachmittag über den Fußballplatz zu wetzen oder sich mit den Freunden zu treffen. Doch der harte Bruch der Realität kommt spätestens dann, wenn der Einstieg in das Berufsleben ansteht.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Bereits dieser volkstümliche Spruch bringt die neuen Umstände relativ schonungslos auf den Punkt. Denn wo vorher Müßiggang herrschte, da wird nun Disziplin gefordert. Und das unabhängig davon, welcher Weg genau eingeschlagen wird. So sorglos wie ehedem kann es nun nicht mehr zugehen. Schließlich werden die Lehrpläne an der Universität weitaus straffer geplant als in der Schule. Auch die Lehre wird sich meist über weite Teile des Tages erstrecken und für Freizeit nur noch wenig Raum übrig lassen. Aber wie passt man sich diesen neuen Gegebenheiten eigentlich am besten an? Grundsätzlich muss hier jeder Mensch für sich eine Lösung finden. Denn jeder von ihnen funktioniert anders. Was bei dem einen noch hilfreich klingt, mag bei dem anderen bereits zum Scheitern verurteilt sein. Einigen von ihnen gelingt es allerdings, sich sprichwörtlich von heute auf morgen den Herausforderungen anzupassen. Doch das dürfte eine Seltenheit sein, denn der Umbruch zwischen der normalen Schulzeit einerseits und den anschließend folgenden Lehr- oder Studienjahren vollzieht sich häufig zu drastisch. Wer über 10 Jahre daran gewöhnt war, ab spätestens 14 Uhr am Nachmittag freizuhaben, der wird sich nun nicht bedingungslos bis 22 Uhr abends hinsetzen und lernen können.

Schon früh die Umstellung einüben

Andererseits sind es genau jene Jahre in der Schule, die bereits eine gewisse Vorbereitung auf das dann kommende Leben ermöglichen. Denn kein Schüler ist gezwungen, schon am frühen Nachmittag die Materialien in die Ecke zu werfen und bis zum nächsten Tage nichts mehr zu leisten. Hier sollte es den Eltern obliegen, das Kind bereits sanft und altersgerecht stets ein wenig mehr zu fordern. Dabei kann insbesondere der Wiederholung des erlernten Stoffes ein bestimmtes Augenmerk gewidmet werden. Mit ansteigendem Alter wird der Schüler sodann dazu animiert, sich auch mit weiteren Thematiken zu beschäftigen. Selbst wenn diese nicht direkt auf dem Stundenplan stehen, so ist die Kenntnis größerer Zusammenhänge spätestens im Studium von einiger Wichtigkeit. Mag in den ersten Schuljahren noch den Eltern die Aufgabe zukommen, das Kind ein wenig in die Richtung zu drängen, auch am eigentlich freien Nachmittag etwas für die Schule zu erledigen, so muss dieser Impuls später von dem Heranwachsenden selbst ausgehen. Er sollte den Drang danach verspüren, sich in interessante Themen einzulesen, Aufgaben selbstständig zu bewältigen oder etwaige Wissenslücken zu beheben. Ein wenig Einsatz für die guten Noten steht im Übrigen der goldenen Schulzeit nicht entgegen. Häufig lässt sich mit einem guten Zeitplan noch genügend Freizeit herausarbeiten.

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