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Verbales Mobbing

Die meisten Menschen denken beim Mobbing in der Schule in erster Linie an körperliche Gewalt. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass bei Weitem nicht jedes Mobbing-Opfer verprügelt wird, sexuellen Belästigungen ausgesetzt ist oder Nötigungen erfährt, oftmals findet ein verbales Mobbing statt. Diese Variante ist besonders perfide, da sie ausschließlich psychische Narben hinterlässt und somit von Außenstehenden besonders schwer zu erkennen ist. Wird ein Schüler Opfer körperlicher Gewalt, wird dies früher oder später an Verletzungen sichtbar.

Verbales Mobbing hat dahingegen nur Auswirkungen auf die Seele des Opfers, obgleich dies natürlich in keinster Weise weniger schlimm ist. Durch Beschimpfungen und verbale Attacken, wie zum Beispiel Anschuldigungen oder Auslachen, wird das Mobbing-Opfer zunehmend verunsichert. Auf diese Art und Weise wird der betroffene Schüler immer nervöser und verliert an Selbstbewusstsein, sodass er noch leichter zum Mobbing-Opfer wird. Folglich geht auch das verbale Mobbing mit einem Teufelskreis einher, den das Opfer in vielen Fällen nicht selbst durchbrechen kann. So kann nur ein Außenstehender durch Einmischungen das verbale Mobbing beenden und eingreifen. Geschieht dies nicht, muss sich das Opfer selbst helfen. Falls es hierzu nicht in der Lage ist, ist ein psychischer Zusammenbruch vorprogrammiert, schließlich kann niemand einem solchen Druck dauerhaft standhalten.

Formen des verbalen Mobbings

Dass das Mobbing viele Gesichter hat, zeigt sich spätestens bei näherer Betrachtung der gesamten Thematik. Gewalt in der Schule wird oftmals mit körperlicher Gewalt gleichgesetzt, aber Gewalt kann auch auf anderen Ebenen stattfinden und sich zu einem massiven Mobbing entwickeln. Viele Schüler erheben zwar nicht die Hand gegen ihre Mitschüler, treten aber dennoch überaus gewaltvoll auf und setzen ihr Opfer psychischen Grausamkeiten aus. Der Schüler, der im Zuge dessen zum Mobbing-Opfer wird, trägt zwar keine körperlichen Wunden oder Verletzungen davon, leidet aber ebenfalls massiv unter den Attacken.

Verbales Mobbing äußert sich für gewöhnlich in Form von Beschimpfungen und Beleidigungen. Darüber hinaus erfährt das Opfer Häme, indem es aufgrund seines Verhaltens, Aussehens, seiner Herkunft oder Kleidung ausgelacht wird. Ungerechtfertigte Anschuldigungen, die den betroffenen Schüler mitunter in Verruf bringen, sowie negative Geschichten und Gerüchte über das Opfer sind ebenfalls Formen des verbalen Mobbings. Drohungen, die sich auch auf körperliche Gewalt beziehen, sind für betroffene Schüler häufig auch an der Tagesordnung. Aus Angst vor Schlägen oder vor Scham schweigen diese dann und ertragen das verbale Mobbing stumm. Somit kann nur ein Außenstehender, wie zum Beispiel ein Lehrer oder die Eltern, den Teufelskreis durchbrechen und den verbalen Attacken ein Ende bereiten. Das Opfer selbst kann sich üblicherweise nicht mehr zur Wehr setzen, da es durch das verbale Mobbing über einen längeren Zeitraum hinweg psychisch schwer angeschlagen ist.

Verbales Mobbing erkennen

Aus diesem Grund ist es extrem wichtig, dass die Lehrer und die Familie auf etwaige Anzeichen achten und dem Mobbing-Opfer beistehen. Dies ist natürlich recht schwierig, weil sich verbales Mobbing nicht durch blaue Flecken oder körperliche Verletzungen äußert. Folglich müssen die Eltern nach Veränderungen der Persönlichkeit Ausschau halten und das Verhalten ihres Kindes genau beobachten. Im Zuge der Pubertät sind Stimmungsschwankungen und Veränderungen in einem gewissen Maß jedoch vollkommen normal, was es ungemein schwierig macht, zu erkennen, ob das eigene Kind Opfer von Mobbing ist.

Eltern dürfen daher nicht den Fehler machen, etwaige Symptome zu unterschätzen, insbesondere wenn diese über längere Zeit ohne erkennbaren Grund anhalten. Leidet das Kind beispielsweise wochenlang unter Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen, ohne dass ein Arzt eine medizinische Ursache entdecken kann, sollten die Eltern aufhorchen und sich beispielsweise mit der Schule in Verbindung setzen.

Die Lehrer tragen ebenfalls eine gewisse Verantwortung und sollten das soziale Klima innerhalb der Klasse beobachten. Sollten sie feststellen, dass ein Schüler offensiv ausgegrenzt wird oder immer wieder Opfer von Mobbing-Attacken ist, besteht dringender Handlungsbedarf, um dauerhafte Folgen für den betreffenden Schüler zu verhindern. Als Autoritätspersonen haben die Lehrer die Möglichkeit, Mobbing frühzeitig zu unterbinden, sofern sie nicht die Augen davor verschließen oder dieses als normale Streitereien abtun.

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