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Fernseh- und PC-Verbot der richtige Weg als Elternteil?

Wenn Kinder einfach nicht lernen und ihre Noten immer schlechter werden, beginnen Eltern, nach der Ursache zu suchen. Sie sehen diese schnell dort, wo die Kleinen die meiste Zeit verbringen: Vor dem Fernseher oder am PC. Natürlich kommen sie schnell auf die Idee, dass diese Geräte einfach entfernt werden müssen, schon haben die Kinder wieder Zeit fürs Lernen.

Trotz, Wut und Vertrauensbrüche

Der Fernseher oder der PC bedeuten für das Kind einen Ausgleich zur anstrengenden Schule. Wenn sie nach Hause kommen, wollen sie genau wie ihre Eltern abschalten, den Alltag vergessen und den Stress loswerden, den sie in der Schule hatten. Am Computer kommunizieren sie oft mit Freunden, gehen außerschulischen Interessen nach, bilden sich selbstständig fort oder suchen den Kontakt zu anderen Gleichaltrigen, die nicht mit der Schule in Verbindung stehen. Trotz, Wut und Aggressionen sind verständliche Reaktionen auf ein Verbot durch die Eltern, wenn man bedenkt, wie wichtig ein Ausgleich zum Alltagsstress ist. Die Kinder fühlen sich unverstanden und haben damit in gewisser Weise sicherlich Recht: Die Eltern verstehen nicht, dass ihrem Nachwuchs die Probleme einfach über den Kopf wachsen und er sich deswegen zum Fernseher oder PC zurückzieht, um sie zu vergessen. Gerade ältere Kinder und Teenager entwickeln bereits ihre Selbstständigkeit und Autonomie, was die Eltern respektieren müssen. Andernfalls verlieren die Kinder völlig den Draht zu ihnen und zeigen sich in keiner Hinsicht mehr kooperationsbereit – von den psychischen Folgeschäden einer solchen Behandlung einmal ganz abgesehen.

Wenn Kinder Hilfe brauchen

Eltern sind natürlich nicht im Unrecht, wenn sie vermuten, dass Fernseher und PC der Zeitvertreib ihrer Sprösslinge sind, wenn sie nicht lernen. Anstatt ihnen diese Geräte jedoch vollständig zu verbieten, sollten Eltern Wege finden, ihren Kindern zu helfen. Völlig im Rahmen wäre es, die Zeit am Gerät einzuschränken und dem Kind die Entscheidung zu überlassen, wann es diese Zeit nutzt. In der Zeit, die es nun nicht mehr vor Fernseher und PC verbringt, ist es jedoch an den Eltern, für gute Noten zu sorgen. Sie müssen dem Kind bei den Hausaufgaben helfen oder für einen Nachhilfelehrer sorgen. Einfach auf sich alleine stellen darf man Kinder in dieser Zeit nicht, da sie vermutlich Lernprobleme haben und nur deswegen überhaupt so lange vor Fernseher und PC sitzen, anstatt ihre Aufgaben zu erledigen. Wenn die Noten besser werden, liegt das daran, dass sie eine Lerntechnik vermittelt bekommen haben, die funktionieren kann.

Das Gespräch suchen

Ein striktes Verbot von PC und Fernseher ist ein sehr drastischer, radikaler Schritt. Vermutlich hat das Kind ohnehin schon schulische Probleme, wenn man darüber ernsthaft nachdenkt – es kann sich um schlechte Noten handeln, einen fehlenden Draht zum Lehrer oder das Bedürfnis nach einem allgemeinen Ansprechpartner. Eltern sollten das Kind zunächst um eine Auszeit von Fernseher und PC bitten und in dieser das Gespräch suchen. Womöglich findet man auf diesem Wege gemeinsam heraus, woran das Verhalten liegt und wie man es ändern kann. Bei einem solchen Gespräch geht es darum, dem Kind begreiflich zu machen, dass Fernseher und PC vielleicht kurzfristig gut tun, aber langfristig keine Lösung sind – diese muss erst noch gefunden werden. Eltern sollten ihren Kindern zuhören und sie ausreden lassen, damit sich diese auch wirklich mitteilen können. Auf diese Weise bleibt das Band zwischen beiden bestehen und es findet sich trotzdem ein Lösungsvorschlag.

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