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Familiäre Situation

In erster Linie ist natürlich jeder Mensch selbst für sein Verhalten verantwortlich und kann dieses aktiv beeinflussen. Bei Kindern und Jugendlichen gestaltet sich dies jedoch etwas anders, da sich diese noch im Entwicklungsprozess befinden und von außen mitunter recht leicht beeinflussbar sind. Folglich spielt die familiäre Situation für das Verhalten eines Schülers eine zentrale Rolle und darf daher nicht außer Acht gelassen werden.

Lehrer sollten ohnehin in regelmäßigem Kontakt mit den Eltern ihrer Schüler sein, um diese über die Leistungen ihres Kindes informieren zu können. Durch Elternabende und spezielle Sprechtage bekommen die Eltern die Gelegenheit, den schulischen Alltag ihres Kindes aktiv mitzugestalten und sich unter anderem in organisatorische Dinge einzubringen. Im Rahmen eines Elternsprechtages, der üblicherweise in regelmäßigen Abständen veranstaltet wird, nehmen sich die Lehrer Zeit für die Eltern und besprechen mit diesen die jüngsten Leistungen ihres Kindes. Auf diese Art und Weise erhalten Mütter und Väter wichtige Informationen darüber, in welchen Bereichen ihr Kind Schwächen aufweist und somit besonderer Unterstützung bedarf.

Familiäre Situation als Auslöser für Aggressionen

Die familiäre Situation eines Schülers gilt es nicht nur in Hinsicht auf dessen Leistungen zu berücksichtigen, schließlich ist diese auch für das Verhalten des Schülers von zentraler Bedeutung. So sind familiäre Probleme häufig der Auslöser für Auffälligkeiten. Während sich einige Schüler immer mehr zurückziehen und eher in sich gekehrt sind, reagieren andere mit Aggressionen auf ihre problematische familiäre Situation.

Mobbende Schüler sind zwar Täter, indem sie einen schwächeren Mitschüler drangsalieren und schikanieren, gleichzeitig sind sie aber auch Opfer ihrer familiären Situation. Kinder und Jugendliche, die zu Hause beispielsweise Opfer von Gewalt werden und ihrer familiären Situation schutzlos ausgeliefert sind, haben oftmals das Bedürfnis, ihre Überlegenheit anderen Personen gegenüber zu demonstrieren. Den Eltern gegenüber ist dies häufig nicht möglich, weshalb es zum Mobbing kommt. Aggressive Schüler suchen sich einen Schwächeren in ihrem schulischen Umfeld und mobben diesen. Durch immer wieder stattfindende Schikanen und Demütigungen kann der Täter seine Aggressionen und aufgestaute Wut abreagieren.

Wenn es um Aggressionen in der Schule geht, sollten Lehrer natürlich in erster Linie das Opfer schützen, den Täter aber dennoch nicht vernachlässigen. Einerseits muss der mobbende Schüler selbstverständlich seiner gerechten Strafe zugeführt werden, doch andererseits sollte er auch Hilfe bekommen. Falls die familiäre Situation der Auslöser für die Aggressionen ist, was zunächst in Erfahrung gebracht werden muss, muss der mobbende Schüler adäquate Unterstützung erhalten. Ein Anti-Aggressionstraining eignet sich hierzu bestens, denn auf diese Art und Weise lernt der Schüler seine Aggressivität im Zaum zu halten. Gleichzeitig sollte aber auch versucht werden, die familiäre Situation zu verändern, weil nur so dauerhaft eine Besserung eintreten kann.

Kommt es in der Schule zu Mobbing oder anderen Gewalttaten darf der Täter also nicht nur als Täter angesehen werden. Die Verantwortlichen müssen ebenfalls die Gründe für das Verhalten finden und die familiäre Situation des betreffenden Schülers genau betrachten. Falls beispielsweise innerhalb der Familie Gewalt herrscht, benötigt auch der mobbende Schüler Hilfe, um diesem Teufelskreis zu entfliehen und andere Verhaltensweisen zu erlernen.

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