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Aggressionen in der Schule

In größeren Gruppen und Gemeinschaften kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen, da stets gewisse Interessenkonflikte entstehen, wenn mehrere Menschen zusammen kommen. Niemand möchte benachteiligt werden, sodass jedes Individuum versucht, das Optimum für sich herauszuholen. In der Gesellschaft ist dies jedoch nicht möglich, weshalb alle Personen zum Wohle der Gemeinschaft Kompromisse eingehen müssen. Es kommt aber immer wieder vor, dass es einzelnen Personen an Kompromissbereitschaft fehlt und diese dann durch ihr aggressives Verhalten auffallen. Zudem sorgen eine hohe Reizbarkeit und Gewaltbereitschaft häufig für Aggressionen. In der Gesellschaft finden dann Maßregelungen durch die Polizei und Justiz statt.

In der Schule gestaltet sich dies nicht viel anders, schließlich bildet jede Klasse eine kleine Gesellschaft für sich. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Schüler die Schule mehr oder weniger unwillig besuchen und dies als Zwang betrachten, ist es nicht verwunderlich, dass diese eine besonders hohe Gewaltbereitschaft im schulischen Alltag zeigen. Aber auch ansonsten herrscht in der Schule stets ein recht hohes Konfliktpotential, denn die vielbeschworene Klassenkameradschaft ist nicht immer vorhanden. Stattdessen kommt es häufig zu Mobbing, im Zuge dessen einzelne Schüler Opfer körperlicher Übergriffe oder verbaler Attacken werden. Die Mobbing-Opfer werden ausgegrenzt und auf diese Art und Weise von der Klassengemeinschaft isoliert.

In einem gewissen Maß sind Aggressionen in der Schule normal und erst einmal kein Grund zur Sorge. Unter den Schülern kommt es immer wieder zu Streitereien und Konflikten, die es zu lösen gilt. Die Schule will diesbezüglich auch die soziale Kompetenz vermitteln, Konflikte friedlich zu lösen, und dient demnach nicht nur der reinen Wissensvermittlung. Kinder und Jugendliche lernen schließlich im Laufe ihrer Schulzeit Probleme zu meistern und adäquat mit Mitschülern umzugehen, auch wenn diese ihnen alles andere als sympathisch sind. Einigen Schülern gelingt dies jedoch nicht, sodass diese ihre Aggressionen an Mitschülern auslassen und ihre Gewalt an ihnen ausleben.

Ist dies der Fall, besteht akuter Handlungsbedarf, weil das Opfer ansonsten dauerhaften Schaden nimmt. Zudem muss das aggressive Verhalten des Täters möglichst frühzeitig gestoppt werden, indem dieser die Konsequenzen für sein Verhalten zu spüren bekommt. Auf diese Art und Weise kann das Opfer geschützt werden und gleichzeitig der Täter gemaßregelt werden, wodurch bei diesem ein gewisser Lerneffekt eintritt. Werden die Aggressionen nicht unterbunden, sieht der Täter hierin schließlich eine erfolgreiche Strategie und hält an dieser fest.

Aggressionen in der Schule vermeiden

Kommt es in der Schule zu körperlichen oder auch verbalen Auseinandersetzungen unter den Schülern, handelt es sich für gewöhnlich um übliche Konflikte, die recht schnell wieder vergessen sind. Aus diesem Grund greifen die Lehrer hierbei nicht immer ein und überlassen die Konfliktlösung den Schülern, die auf diese Art und Weise soziale Kompetenzen entwickeln sollen. Bis zu einem gewissen Punkt, ist dies auch noch durchaus vertretbar, aber wenn die Aggressionen in der Schule ausarten oder die Gewalt eine Grenze überschreitet, müssen die Lehrer eingreifen und dem Ganzen ein Ende bereiten. Spätestens wenn ein Schüler gemobbt wird, müssen die Lehrer handeln und das Mobbing unterbinden.

Mobbing zu erkennen, ist in der Praxis oftmals gar nicht so einfach, da hierbei nicht immer offene Gewalt stattfindet. Viele Täter gehen deutlich subtiler vor und machen einen Mitschüler durch stummes Mobbing fertig. Im Zuge dessen kommt es weder zu körperlichen Auseinandersetzungen noch zu verbalen Attacken, doch dies bedeutet keineswegs, dass die Auswirkungen für das Opfer weniger schlimm ausfallen. Die psychischen Folgen sind bei jeder Form des Mobbings die gleichen, lediglich die Mittel der Täter fallen jeweils anders aus. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass die Merkmale des Mobbings variieren, was wiederum bedeutet, dass es für Außenstehende recht schwierig sein kann, das Mobbing zu erkennen.

Aggressionen in der Schule lassen sich zwar nicht gänzlich vermeiden, aber wenn es sich hierbei um Mobbing handelt, sollten die Lehrer aktiv werden. Trotz der unterschiedlichen Varianten des Mobbings zeigen Opfer stets recht ähnliche Symptome. Schüler, die gemobbt werden, ziehen sich für gewöhnlich zurück, werden zunehmend von der Klassengemeinschaft isoliert und fallen durch ihr nervöses und ängstliches Verhalten auf. Häufig geht auch ein Leistungsabfall mit dem Mobbing einher, wodurch teilweise der schulische Erfolg des Opfers stark gefährdet ist. Falls Lehrern derartige Dinge auffallen, sollten sie das Sozial-Klima in der Klasse genau beobachten und auf etwaige Mobbing-Merkmale achten. Zudem empfiehlt es sich, die Eltern des betroffenen Schülers zu kontaktieren, um herauszufinden, ob beispielsweise eine besondere familiäre Situation gegeben ist.

Auch hinsichtlich der Täter sollten die Lehrer das Gespräch mit den Eltern suchen, schließlich ist die familiäre Situation nicht selten der Grund für Aggressionen in der Schule. Lehrer haben demnach eine große Verantwortung und sollten vor allem in Sachen Mobbing sensibilisiert sein und stets die Augen offen halten, um umgehend reagieren zu können und die Aggressionen auf diese Art und Weise schon frühzeitig einzudämmen.

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